Im romantischen Diemeltal am Fuße des Naturparks Eggegebirge und südlicher Teutoburger Wald liegt Warburg. Die 26.000 Einwohner-Stadt liegt im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Die Stadt erstreckt sich von den Ausläufern des Sauerlandes im Westen, umgeben von Wäldern, an der Diemel entlang zur Warburger Börde hin im Osten. Die alten Kirchen, die Rathäuser und die vielen restaurierten Fachwerk- und Steinhäuser und die fast vollständig erhaltene Stadtmauer machen Warburg zu einer der malerischsten Städte Westfalens.
Das Stadtmuseum hat sein Domizil im Haus zum "Stern", das mit seinem Erbauungsjahr um 1340 zu den ältesten Steinhäusern Westfalens gehört. Mittelpunkt des historischen Stadtkernes ist der Marktplatz, auf dem in den Sommermonaten zahlreiche Kulturveranstaltungen stattfinden. In der "Warburger Wasserwippe" wird die Geschichte von Stadt und Region wieder lebendig. Lebendig ist auch das Freizeitangebot der Region. Wassersportler genießen eine Kanufahrt auf der wildromantisch daher fließenden Diemel und wer es gemütlicher liebt, unternimmt einer Erkundungsfahrt mit der Kutsche.
Der "Grote Breff" von 1436 besiegelt die Vereinigung von Neu- und Altstadt von Warburg. Bis dahin existierten unabhängig voneinander zwei Städte, die beide 1364 der Hanse beitreten. Die Altstadt um die Warburg datiert aus dem 11. Jahrhundert, während Bischof Bernhard IV. von Paderborn auf dem strategisch günstig gelegenen Bergkamm die Neustadt gründet.
Die Doppelstadt-Struktur findet sich noch im heutigen Stadtbild wieder. In der Diemelniederung, der Keimzelle von Warburg, schmiegt sich überragt von der Pfarrkirche "Ad visitationem beatae Mariae virgnis" die Altstadt an den Berg. Darüber, auf dem Bergkamm die Neustadt mit dem ehemaligen Dominkanerkloster, die Pfarrkirche "Sankt Maria in vinea" und das gemeinsame Rathaus von 1568 "Zwischen den Städten". Sichtbares Zeugnis der ehemals starken Befestigungsanlage mit 13 Stadttoren ist der Sackturm am östlichen Rand der historischen Altstadt. Das inschriftlich älteste Fachwerkhaus Westfalens steht ebenfalls in Warburg: Das Haus Eckmänneken" ist 1471 erbaut worden.
Mittelalterl. WehrbefestigungenIm Mittelalter war Warburg zum größten Teil von einem doppelten Mauerring umgeben, durch deren Bruchstein die Stadttore der Alt- und Neustadt führten. Die Altstädter Bürger errichteten zunächst die Verbindungsmauer von der Burg zum Johannistor-Turm. In Halber Höhe des Burgberges baute man den Chattenturm. Der runde Sackturm neben dem Sacktor wurde erst 1443 errichtet, während das Sacktor schon um 1300 erbaut wurde.
Bis zum Jahre 1830 hatte die Stadt Warburg etwa zehn Stadttürme und neun Stadttore. In den Mauern der Altstadt befanden sich fünf und in der Neustadt vier Stadttore, von denen jedoch nur das Sacktor und das Johannistor erhalten geblieben sind. Zwischen 1801 und 1840 brach man die anderen Tore ab, deren Gestalt aber teilweise überliefert wurde. Die Form der Toranlage war bedingt durch den "Stadtzwinger" (den Raum zwischen Innen- und Außenmauer). Das Sacktor oder Petritor wurde zu einem typischen Zwillingstor ausgebaut, dessen äußerer Torbogen nach Verfall nicht wieder aufgebaut sondern beseitigt worden ist. Heute ist im Sackturm eine Gedenkstätte für Opfer des zweiten Weltkriegs eingerichtet, die über den Burgfriedhof besucht werden kann.
Ursprünglich waren über 20 Wehrtürme im Kranz der mittelalterlichen Befestigungsanlage vorhanden. Hiervon sind nur nach fünf erhalten geblieben: Biermanns-, Chatten-, Johannis-, und Sackturm in der Altstadt und der Frankenturm in der Neustadt. Eine sechseckige Dachhaube zeigen die Rundbauten Sackturm und Biermannsturm, die Türme mit quadratischem Grundriss, Johannis- und Frankenturm, haben eine viereckige Dachabdeckung. Der Chattenturm am Burgfriedhof hat einen offenen Turmabschluss, der einen weiten Ausblick über das Diemeltal in das benachbarte Hessenland bietet.
Der DesenbergDer "Desenberg", ein imposanter Vulkankegel und Wahrzeichen des Warburger Landes. Ein Ausflug zur Burgruine (345 m ) vom ausgeschilderten Parkplatz über einen Fußweg ermöglicht einen eindrucksvollen Blick über die Börde und das Warburger Land. Dieser Rundblick reicht in die Weite der fruchtbaren Börde, ebenso wie auch in die hessischen und waldeckschen Berge im Süden und die Ausläufer des Eggegebirges im Westen.
Die Diemel entspringt in Nordwest-Hessen nur etwa 300 m nördlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Dort befindet sich ihre Quelle am Nordostkamm des Sauerlands, damit am Nordostende des Rheinischen Schiefergebirges und nur knapp 2,5 km südlich von Usseln. In rund 680 m Höhe entfließt sie dem Nordosthang des Auf'm Knoll, ein 738 m Hoher Berg zwischen Hohem Pön im Westen und Kahlem Pön im Osten. Ihr Quellgebiet liegt am Südrand des Naturparks Diemelsee.
Unterhalb der Staumauer und ab Helminghausen - nicht zu verwechseln mit Hemmighausen - durchfließt er in nordöstlicher Richtung ein wunderschönes Tal, in dem leider mal geplant war (oder immer noch ist ?) einen weiteren Stausee zu errichten (was nicht nur in zahlreichen Landkarten auch immer noch zu sehen ist) und, in dem man glaubt, in einer Voralpenlandschaft zu sein. Bis zu 595 m hoher Berge thronen dort majestätisch über dem Tal, in dem es außer Helminghausen keine weiteren Dörfer gibt, bis auf Padberg, das aber dort eigentlich auf einem Berg hoch oben über der Diemel liegt. In diesem Tal wird die Diemel zuerst von der Rhene und dann von der Hoppecke gespeist. Anschließend fließt die Diemel südöstlich am Sintfeld vorbei und über Marsberg nach Diemelstadt, wo die Orpe einmündet; hier verläuft die Diemel wieder im Bereich der Grenze der bereits genannten Bundesländer.
Die Diemel verläuft teils auf der Landesgrenze von Hessen und Nordrhein-Westfalen: Von der oben genannten Quelle Auf'm Knoll fließt der Fluss zuerst steil bergab nach Usseln und dann in nördlicher Richtung durch ein herrliches Tal, in dem 3 Dörfer liegen: Hemmighausen, Deisfeld und Giebringhausen (die zwei zuletzt genannten gehören zu der Gemeinde Diemelsee). Danach erreicht ihr Wasser von Süden her kommend den Diemelsee, in den von Westen her die Itter einmündet. Kurz vor der Staumauer verläuft durch diesen See die Grenze der eben erwähnten Bundesländer, so dass der Fluss fortan in Nordrhein-Westfalen fließt.
Danach gelangt ihr Wasser in zunehmend weitläufig werdender Landschaft in die Warburger Börde (NRW), wo ihr in Warburg die Twiste zufließt. Kurz danach erreicht die Diemel erneut und endgültig Nord-Hessen und fließt nach Liebenau, wo der Eggel und die Warme einmünden, sowie nach Trendelburg, wo ihr beim Ortsteil Wülmersen die Holzape zufließt. Nach durchfließen eines erneut herrlichen Tals mündet sie wenige Kilometer weiter nördlich in Bad Karlshafen in die Ober-Weser.
Quellen: Wikipedia Diemel, Warburg; Arbeitsgemeinschaft Historische Ortskerne in NRW
Bilder 1, 2, 3: Fotograf Thomas W. Fiege By kind permission of Thomas W. Fiege:
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